Technik Episode 2: WLAN

Egal wo man sich umhört, überall hört man: Ohne stabiles WLAN kann ein Tabletprojekt nur scheitern! So standen wir vor einer großen Herausforderung. Bisher hatten wir lediglich zwei Accesspoint (AP), die für unsere Laptopwagen temporär ein WLAN aufgebaut haben.

Im Vorfeld haben wir verschiedene Dienstleister und Hersteller zu uns an die Schule eingeladen um einen Überblick über die unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Unsere Anforderungen:

  • skalierbare Lösung
  • einfache Handhabung
  • mehrere SSID (Domänengeräte, BYOD, Gast)
  • leistungsfähig
  • Integration in unsere PädML

Letztlich ist unsere Entscheidung dann auf den deutschen Telekommunikationsausrüster „Lancom Systems“ gefallen.

Unser IT-Dienstleister hat in einem ersten Schritt das komplette Schulhaus ausgeleuchtet, damit wir jederzeit weitere AP aufhängen können. Gestartet sind wir dann mit 13 AP (kompletter Verwaltungsbereich, 5 Klassenräume, Aula). Ganz grob kann man sagen, dass drei AP zwei Klassenzimmer abdecken. Unbedingt empfehlenswert ist der Einsatz von POE fähigen Switchen, da sich somit eine Menge Kabelsalat vermeiden lässt.

Im Laufe des Schuljahres kamen laufend weitere AP dazu, so dass wir mittlerweile mit Hilfe von 37 AP das komplette Schulhaus ausgeleuchtet haben. Dank eines WLAN Controllers werden die AP automatisch konfiguriert und eingebunden. Es ist also nicht viel mehr zu tun, als die AP aufhängen, einstecken, einmal klicken und schon geht es los.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
– think big
– WLAN Controller ist Pflicht
– professionelle Komponenten verwenden
– Schulhaus professionell ausleuchten lassen
– professionelle Hilfe beim Einrichten, spart Zeit und letztlich Geld

Technik Episode 1: „Mobile Device Management“

Gleich zu Beginn stellte sich dich Frage, wie sich die Tablets wohl am Besten administrieren lassen. Auf der einen Seite stehen die Interessen der Kollegen, die so wenig wie möglich mit dem technischen Hintergrund zu tun haben wollen/sollen und auf der anderen Seite stehen die Admins, die von iPads (noch) wenig wissen und auf einen Schlag mehr als 40 Geräte verwalten sollen. Dabei wurde schnell klar, dass eine „Turnschuhadministration“* bei diesem Schulversuch nicht in Frage kommen kann. Ebenso bietet der Apple Configurator zwar zahlreiche Möglichkeiten, aber die Geräte müssen mit einem Kabel angeschlossen werden, um Veränderungen am System vorzunehmen. Etwas unpraktisch wenn die Geräte bei den Schülern zu Hause liegen und bspw. der Französischlehrer unbedingt am nächsten Morgen eine neue App benötigt…

Sogenannte MDM-Lösungen gibt es wie Sand am Meer, die jedoch fast alle etwas gemeinsam haben: Pro Gerät entstehen laufende Kosten von mehreren Euro pro Monat. Das summiert sich dann irgendwann mal ganz schön auf. Einige Lösungen (bspw. Casper-Suite) heben sich aus der Masse ab, indem sie dem Geräte- und App-Management auch pädagogische Elemente (Ein-App-Modus, Internet-Sperre, Geräte-Sperre,…) mitliefern. Sind aber wie gesagt nicht ganz billig. Wobei man sagen muss, dass es für Bildungseinrichtungen wirklich gute Angebote gibt, man sollte sich da nicht gleich von den Preisen auf den Homepages der Anbieter abschrecken lassen, wenn man an einer bestimmten Lösung interessiert ist.

Da wir aber viel Geld in die Infrastrukur (Stichwort WLAN**) und die Anschaffung der Geräte stecken mussten, haben wir uns dann für den Profil-Manager von Apple entschieden haben. Dazu benötigt man irgend einen Apple Rechner (ab ca. 550  €) und die Server App (19,99 €). Daneben gibt es keine laufenden Kosten. Welche Schritte wir unternehmen mussten, bis der MDM-Server vernünftig funktioniert hat weiß ich ehrlich gesagt -leider- nicht mehr. Es waren auf jeden Fall zahlreiche Nachmittage, die wir damit verbrachten. Ich weiß von anderen Schulen, bei denen es bei ähnlicher Vorgehensweise mehr Schwierigkeiten gab, aber auch von Schulen die keinerlei Schwierigkeiten bei der Einrichtung des Profil-Managers hatten. Aber es hat sich gelohnt. Dank DEP tauchen neu beschaffte iPads direkt im Profil-Manager auf und können dadurch Schülern direkt zugewiesen und zentral verwaltet werden (WLAN Konfiguration, App-Store sperren/freigeben, Mail-Konten zentral einrichten uvm.). Dank VPP können wir Apps zentral einkaufen (i.d.R. 50 % ermäßigt) und auf die Tablets pushen. Alles ohne ein Tablet in die Hand nehmen zu müssen.

Alles in allem lässt sich nach den ersten sechs Wochen festhalten, dass mit der derzeitigen Lösung der Französischlehrer und der Admin zufrieden ist – und das ist doch schonmal was 

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*man geht von Device zu Device, um Einstellungen vorzunehmen
** Dazu mehr in einer späteren Episode

Die Sache mit der Technik – wie alles begann oder Episode 0

Spätestens als klar wurde, dass die MHS am Schulversuch „tabletBS“ teilnimmt, war ich sofort Feuer und Flamme. Auch als dann hinzukam, dass ich die Sache mit der Technik übernehmen darf, war meine Freude nicht wirklich getrübt. Daran konnte auch die Entscheidung pro iPads nichts ändern Wobei diese Entscheidung bedeutet hat, mich in eine komplett neue technische Welt einzuarbeiten. Die Apple Welt war mir bis vor wenigen Monaten nahezu vollständig fremd – und wenn ich es mir genau überlege, ist sie es mir in großen Teilen immer noch.

Auf einmal Standen aber nun viele Fragen im Raum:

  • Wie kommen denn jetzt die Apps auf die Geräte?
  • Wie gestalten wir den „Geräte-Rollout“?
  • Wie machen wir das mit den Apple-IDs?
  • Wie kommen die Tablet Inhalte über den Beamer an die Wand und an die Boxen?
  • Was dürfen/sollen die Schüler mit dem Gerät alles „privat“ machen können?
  • uvm.

Außerdem galt es ein leistungsfähiges WLAN auf die Beine zu stellen.

Viele Fragen konnten wir mittlerweile für uns beantworten und haben dabei einige Fallstricke übersprungen oder wir wissen nun zumindest, wie wir diese hätten überspringen können, ohne hin und wieder auf der Schnauze zu landen.

In loser Reihenfolge werde ich hier über unsere Erfahrungen berichten – vielleicht kann dadurch der eine oder andere Sturz vermieden werden…

Die ersten zwei Wochen …

können als sehr spannend beschrieben werden. Wie wird die Tabletklasse auf die Tablets reagieren? Wer ist jetzt für die Erstanmeldung zuständig? Ist das WLAN stabil? Wo ist die Fernbedienung fürs Apple TV? Beamer auf was umstellen? Was heißt nochmal HDMI? Welche App? Wofür brauchen wir die denn? Was meinte damals der Hofmann mit „Documents“, „PDF Expert“ und „harmonisches Miteinander“? Wurde eigentlich schon die Tablethalterung bestellt? Wo ist der Workflow-Manager? Waaaaaas? Erste Dienstbesprechung nach der GLK? Wo ist mein Ladekabel? … NEIN IM ERNST … die technische Infrastruktur steht. Fettes Dankeschön an unseren Mann an der Technik, T. Bantle. Chapeau! Die ersten Stunden mit den Tablets waren zufriedenstellend und machen Lust auf mehr. Wir grooven uns ein und freuen uns auf die kommenden Wochen …